CENIT Radar · August 2026
Kuratierte Einblicke in Forschung, Szene und Veranstaltungen – von CENIT e.V.
★ Highlight · 24.–27. September 2026 · Melbourne, Australien
IADMS 36th Annual Conference
Vom 24. bis 27. September 2026 richtet die IADMS ihre 36. Jahreskonferenz am Victorian College of the Arts in Melbourne aus – in wenigen Wochen ist es so weit. Das viertägige, CME-zertifizierte Programm vereint über 100 Vorträge, rund 50 Bewegungssessions sowie Networking-Veranstaltungen und Special-Interest-Groups. Die Registrierung ist inzwischen freigeschaltet, das Abstract-Einreichungsfenster ist mittlerweile geschlossen. Für die internationale Tanzmedizin-Community bleibt die Konferenz die wichtigste jährliche Plattform für Forschungsaustausch – ein Termin, den wir bereits in der Juli-Ausgabe angekündigt hatten und der jetzt in greifbare Nähe rückt.
Mehr erfahrenVBG – Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
Die VBG, gesetzlicher Unfallversicherungsträger für den Bereich Bühnen und Studios, stellt Lehrkräften an Musical- und Tanzschulen sowie Multiplikator*innen im Theater ein vollständiges, kostenloses Ausbildungsmodul zur Unfall- und Verletzungsprävention zur Verfügung: Broschüre, Unterrichtsfolien und ein Poster mit Ernährungstipps, aufgebaut nach dem Prinzip des „Self Care Orientated Teaching Syllabus" (Scotsy). Hintergrund ist eine ernüchternde Zahl: Rund 20 Prozent aller Arbeitsunfälle in der Branche Bühnen und Studios sind Darstellerunfälle. Für CENIT ist das ein konkretes Beispiel dafür, dass Kostenträger das Thema Tanzprävention bereits aktiv vorantreiben – und ein Beleg für das, was wir seit Langem fordern: strukturierte, tanzspezifische Prävention statt Zufall.
Prävention für Tanz, VBGPrevention for Dance, VBGProduktionszentrum Tanz + Performance, Stuttgart
Mit Förderung durch das Programm „Entwicklungstreiber Kultur" der Stadt Stuttgart hat das Produktionszentrum Tanz + Performance 2025 die Initiative „Gesundheitsförderung für die freie Tanz- und Performanceszene" gestartet: fünf Workshops mit Expert*innen aus Tanzmedizin, Sportwissenschaft, Ernährung und Psychologie, mit dem Ziel, Gesundheitsbewusstsein zu schärfen und ein Netzwerk aufzubauen. Die Initiative wird inzwischen langfristig verankert – unter anderem durch eine neue Kooperation mit ta.med. Mitglieder erhalten zudem regelmäßige tanzmedizinische Einzelberatungen bei einer erfahrenen Fachärztin sowie vergünstigten Zugang zur Fortbildung „Zertifikat Tanzmedizin". Ein Beispiel dafür, wie freie Kompanien abseits fest institutionalisierter Häuser eigene Präventionsstrukturen aufbauen können.
produktionszentrum.deNarrative Review · Journal of Dance Medicine & Science · Jan. 2026
Eine im Januar 2026 im Journal of Dance Medicine & Science veröffentlichte Übersichtsarbeit von Pasculli, Sheng, Davenport und Gleason (Emory University u. a.) ordnet gängige Injektionstherapien bei tanzbedingten Verletzungen ein: von Kortisoninjektionen mit rascher, aber zeitlich begrenzter Entzündungshemmung über regenerative Verfahren wie Hyaluronsäure, Prolotherapie, PRP (plättchenreiches Plasma) und mesenchymale Stromazelltherapien bis hin zu peripheren Nervenhydrodissektionen und Injektionen an der Wirbelsäule. Regenerative Therapien gelten dabei besonders bei chronischen Tendinopathien und leichter bis mittlerer Arthrose als vielversprechend. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Röntgendurchleuchtung erhöhen Treffsicherheit und Sicherheit. Für nicht-ärztliches Fachpersonal liefert die Arbeit damit eine kompakte Orientierung, welche Verfahren bei welcher Diagnose infrage kommen – und wann eine Überweisung sinnvoll ist.
PMID 41592791 · PubMed · Jan. 2026
PubMedScoping Review (PRISMA-ScR) · Healthcare · März 2026
Eine im März 2026 in der Fachzeitschrift Healthcare veröffentlichte Scoping Review nach PRISMA-ScR-Standard wertet 16 Studien zu manueller Therapie, Core-Stabilitätstraining und der Pilates-Methode in der Rehabilitation erwachsener Tänzer*innen aus. Ziel ist die Grundlage für standardisierte, evidenzbasierte klinische Protokolle, die eine sichere Rückkehr zur vollen tänzerischen Leistungsfähigkeit unterstützen. Manuelle Therapie ist demnach nach wie vor der am häufigsten dokumentierte Rehabilitationsansatz, während Core- und Pilates-basierte Interventionen zunehmend in der klinischen Literatur auftauchen. Die Evidenzlage bleibt methodisch heterogen und stark von Fallberichten geprägt – ein Übergang zu kontrollierten Studien ist jedoch im Gange. Für die Praxis unterstreicht die Arbeit, wie eng Rehabilitation und ein strukturierter Return-to-Dance-Prozess (siehe Glossar-Begriff des Monats) zusammenhängen.
Healthcare 2026, 14(7), 872 · DOI 10.3390/healthcare14070872 · März 2026
MDPIReturn-to-Dance
Return-to-Dance bezeichnet den stufenweisen, kriteriengeleiteten Prozess der Rückkehr zur vollen tänzerischen Leistungsfähigkeit nach einer Verletzung – mit schrittweise gesteigerter Belastung statt eines abrupten Wiedereinstiegs. Anders als im Mannschaftssport fehlen im Tanz bislang breit anerkannte, standardisierte Kriterien dafür, sodass sich Tänzer*innen oft eher an Terminen wie einer Premiere als an objektiven Befunden orientieren.
Mehr im Glossar →Tanz im August 2026
Berlin (HAU) · bis 29. Aug. · tanzimaugust.de
27. Mitgliederversammlung ta.med
Online · 09:45–10:45 Uhr · tamed.eu
IADMS 36th Annual Conference
Melbourne, Australien · Victorian College of the Arts · iadms.org
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