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Glossar · Grundlagen

Screening

Risiken erkennen, bevor sie zu Verletzungen werden

Kurzdefinition

Screening bezeichnet im tanzmedizinischen Kontext eine systematische Untersuchung von Tänzer:innen – typischerweise zu Beginn einer Saison oder Ausbildungsphase – mit dem Ziel, individuelle Risikofaktoren für Verletzungen frühzeitig zu erkennen. Es ist kein diagnostisches Verfahren im klinischen Sinne, sondern ein präventives Instrument zur Einschätzung von Gesundheitszustand, körperlichen Voraussetzungen und möglichen Belastungsrisiken.

Im Tanzkontext

Ein tanzmedizinisches Screening erfasst typischerweise mehrere Dimensionen gleichzeitig: persönliche Verletzungsgeschichte, Beweglichkeit und Kraftverhältnisse, Haltung und Ausrichtung sowie kardiovaskuläre Fitness, ergänzt durch tanzspezifische Tests, etwa zur Hüftaußenrotation (Turnout) oder Sprunggelenkbeweglichkeit. Wichtig: Screening ersetzt keine ärztliche Diagnose, sondern liefert eine Momentaufnahme, auf deren Basis gezielte Empfehlungen ausgesprochen oder weitere Untersuchungen veranlasst werden können. Seine Stärke liegt darin, Muster sichtbar zu machen – etwa wenn mehrere Tänzer:innen einer Kompanie ähnliche Bewegungseinschränkungen zeigen, die auf strukturelle oder trainingsbedingte Ursachen hinweisen könnten.

Warum das für Prävention wichtig ist

Prävention setzt voraus, dass man weiß, wo Risiken liegen. Screening ist das Instrument, das dieses Wissen systematisch und vergleichbar erzeugt – auf Ebene der einzelnen Tänzer:in wie auf Ebene einer ganzen Kompanie oder Ausbildungsklasse. In professionellen Kompanien und großen Ausbildungsinstitutionen gehört Screening in einigen Ländern bereits zum Standard; in weiten Teilen des Amateurbereichs und an Tanzschulen ist es hingegen kaum verbreitet – eine Lücke, die präventive Strukturarbeit wie die von CENIT e.V. schließen kann.

Dieser Eintrag dient der Wissensvermittlung im Präventionskontext. Screenings sollten von tanzmedizinisch erfahrenem Fachpersonal durchgeführt werden. Anlaufstellen und qualifizierte Fachpersonen finden sich über die Vermittlung von ta.med oder die Ressourcen der IADMS.

Quellen

Gamboa JM, Roberts LA, Maring J, Fergus A. Screening Tools as a Predictor of Injury in Dance: Systematic Literature Review and Meta-analysis. Sports Med Open. 2018. doi.org/10.1186/s40798-018-0146-z · Dance/USA Task Force on Dancer Health. Post-Hire Health Screen for Professional Dancers. danceusa.org

Weiterführend

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