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Glossar · Anatomie & Technik

Dorsalflexion

Die oft unterschätzte Voraussetzung für einen tiefen Plié

Kurzdefinition

Dorsalflexion bezeichnet die Bewegung des Fußes in Richtung Schienbein, bei der sich der Winkel zwischen Fußrücken und Unterschenkel verkleinert – das Gegenstück zur Plantarflexion. Ausreichende Dorsalflexion im oberen Sprunggelenk ist Voraussetzung für viele alltägliche wie tänzerische Bewegungen.

Im Tanzkontext

Im Ballett ist ausreichende Dorsalflexion vor allem für die Tiefe von Demi-Plié und Grand Plié entscheidend, da sich das Knie beim Beugen weit nach vorn über die Zehenspitzen hinausbewegen muss. Eine Studie mit professionellen Ballett-Tänzerinnen fand, dass mit zunehmendem technischem Niveau die Plantarflexion – etwa für die Spitzen- oder Relevé-Position – tendenziell zunahm, während die Dorsalflexion eher abnahm, was auf eine Art Kompromiss zwischen den beiden Bewegungsrichtungen hindeutet. Reicht die Dorsalflexion im Sprunggelenk für einen tiefen Plié nicht aus, wird die fehlende Tiefe häufig andernorts kompensiert: durch ein Abheben der Ferse, eine Einwärtsdrehung des Knies oder eine verstärkte Krümmung der unteren Wirbelsäule. Aus dem allgemeinen Sport ist zudem bekannt, dass eine eingeschränkte Dorsalflexion mit einer steiferen Landetechnik und höheren Belastungsspitzen beim Landen aus dem Sprung einhergehen kann.

Warum das für Prävention wichtig ist

Weil eine unzureichende Dorsalflexion häufig durch Ausweichbewegungen an Knie, Ferse oder unterer Wirbelsäule kompensiert wird, ist es CENIT e.V. wichtig, auf gezieltes Beweglichkeitstraining des Sprunggelenks hinzuweisen. Wer typische Kompensationsmuster wie ein Abheben der Ferse im Plié früh erkennt, kann die zugrunde liegende Bewegungseinschränkung angehen, statt langfristig Knie oder Rücken zusätzlich zu belasten.

Dieser Eintrag dient der Wissensvermittlung im Präventionskontext und ersetzt keine individuelle Beurteilung durch tanzmedizinisch erfahrene Fachpersonen. Für eine Einschätzung der Sprunggelenkbeweglichkeit empfehlen wir, sich an entsprechende Fachpersonen zu wenden – etwa über die Vermittlung von ta.med oder die Ressourcen der IADMS.

Quellen

Russell JA, Shave RM, Kruse DW, Koutedakis Y, Wyon MA. Ankle and foot contributions to extreme plantar- and dorsiflexion in female ballet dancers. Foot Ankle Int. 2011;32(2):183–188. doi.org/10.3113/FAI.2011.0183 · Fong CM, Blackburn JT, Norcross MF, McGrath M, Padua DA. Ankle-dorsiflexion range of motion and landing biomechanics. J Athl Train. 2011;46(1):5–10. doi.org/10.4085/1062-6050-46.1.5

Weiterführend

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