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Glossar · Verletzung & Prävention

Tarsaltunnelsyndrom

Wenn ein Nerv am Sprunggelenk unter Druck gerät

Kurzdefinition

Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine Kompression des Schienbeinnervs oder eines seiner Äste in einem engen Kanal an der Innenseite des Sprunggelenks, dem sogenannten Tarsaltunnel. Die Einengung kann durch Schwellungen, knöcherne Engstellen oder wiederholte mechanische Reizung entstehen und äußert sich typischerweise durch Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl in der Fußsohle.

Im Tanzkontext

Im Tanz, besonders im klassischen Ballett, wird der Tarsaltunnel durch wiederholte extreme Plantarflexion – das kraftvolle Strecken des Fußes nach unten, etwa auf Spitze – beansprucht, zum Beispiel bei Relevés, Spitzentanz oder in der Landung aus Sprüngen. Diese Positionen können, oft in Kombination mit einer Enge im hinteren Bereich des Sprunggelenks (posteriores Sprunggelenkimpingement), zu einer mechanischen Reizung des Nervs führen. Eng geschnittene Spitzenschuhe oder fest verschnürte Bänder an der Innenknöchelregion können den Druck zusätzlich erhöhen. Kribbeln oder ein „einschlafendes" Gefühl in der Fußsohle nach dem Training kann ein Hinweis auf eine solche Nervenreizung sein und sollte von rein muskulärer Ermüdung oder einer Reizung der langen Großzehenbeugesehne unterschieden werden. Da die Symptome schleichend beginnen und anfangs nur bei bestimmten Bewegungen auftreten, werden sie im Trainingsalltag häufig zunächst nicht ernst genommen.

Warum das für Prävention wichtig ist

Da Nervenreizungen sich anders anfühlen als klassischer Muskelkater und leicht übersehen werden, ist es der Präventionsarbeit von CENIT e.V. wichtig, für diese Unterschiede zu sensibilisieren. Wer Kribbeln oder Taubheitsgefühle frühzeitig ernst nimmt und Faktoren wie Schuhpassform, Technik und Trainingsbelastung überprüft, kann eine Chronifizierung der Beschwerden häufig vermeiden.

Dieser Eintrag dient der Wissensvermittlung im Präventionskontext und ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Beratung. Bei anhaltendem Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl empfehlen wir, sich an tanzmedizinisch erfahrene Fachpersonen zu wenden – etwa über die Vermittlung von ta.med oder die Ressourcen der IADMS.

Quellen

Kennedy JG et al. Nerve disorders in dancers. Clin Sports Med. 2008;27(2):329–334. doi.org/10.1016/j.csm.2008.01.001 · Li F, Adrien N, He Y. Biomechanical Risks Associated with Foot and Ankle Injuries in Ballet Dancers: A Systematic Review. Int J Environ Res Public Health. 2022;19(8):4916. doi.org/10.3390/ijerph19084916

Weiterführend

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