← Glossar

Glossar · Verletzung & Prävention

Tendinopathie

Eine der häufigsten Überlastungsreaktionen im Tanz – und warum sie oft unterschätzt wird

Kurzdefinition

Tendinopathie bezeichnet eine schmerzhafte Reizung oder strukturelle Veränderung einer Sehne, meist durch wiederholte Überlastung statt durch ein einzelnes Trauma. Anders als eine akute Sehnenentzündung entwickelt sich eine Tendinopathie häufig schleichend über Wochen oder Monate.

Im Tanzkontext

Im Tanz sind vor allem die Achillessehne (bei Sprüngen und Relevé-Arbeit), die Patellasehne (bei Pliés und Landungen) und die Hüftbeugersehne (bei hohen Beinhebungen und Grand Battements) betroffen. Tänzer:innen sind besonders gefährdet, weil hohe Wiederholungszahlen, wenig Erholungszeit zwischen Trainingseinheiten und der ästhetische Anspruch an Bewegungsqualität oft zusammentreffen.

Warum das für Prävention wichtig ist

Weil sich eine Tendinopathie schleichend entwickelt, ist frühzeitiges Erkennen ein zentraler Baustein der Präventionsarbeit von CENIT e.V. Ein möglicher erster Hinweis sind belastungsabhängige Schmerzen, die zu Trainingsbeginn auftreten, sich nach dem Aufwärmen bessern und danach zurückkehren – ein Muster, das fachlich abgeklärt werden sollte, statt es zu ignorieren. Aktuelle Übersichtsarbeiten zu Präventionsstrategien im Tanz zeigen zudem, dass gezieltes Kraft- und Konditionstraining, statt reinem Stilllegen, heute als sinnvoller Ansatz bei Sehnenproblemen gilt.

Dieser Eintrag dient der Wissensvermittlung im Präventionskontext und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Beratung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden empfehlen wir, sich an tanzmedizinisch erfahrene Fachpersonen zu wenden – etwa über die Vermittlung von ta.med oder die Ressourcen der IADMS.

Quellen

Critchley ML, Davis I, Zhang X et al. Systematic Review of Dance-Specific Injury Prevention Strategies. J Dance Med Sci. 2025. doi.org/10.1177/1089313X251314987 · Lei Y, Wang Y, Tang X. Dance Injuries: Epidemiology, Mechanisms, and Prevention. Curr Phys Med Rehabil Rep. 2025. doi.org/10.1007/s40141-025-00523-4

Weiterführend

← Zurück zum Glossar