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Glossar · Physiologie & Gesundheit

Belastungssteuerung (Load Management)

Zwischen Trainingsreiz und Erholung die Balance halten

Kurzdefinition

Belastungssteuerung, im Englischen als Load Management bezeichnet, meint die gezielte Planung und Anpassung von Trainingsumfang, -intensität und Erholungsphasen. Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen Trainingsreiz und Regeneration, das den Körper ausreichend fordert, ohne ihn dauerhaft zu überlasten.

Im Tanzkontext

Im Tanz schwankt die Belastung oft stark: Auf ruhigere Probenphasen folgen plötzliche Spitzen vor Premieren, Aufführungsserien oder Aufnahmeprüfungen, in denen mehrere Produktionen parallel laufen können. Aus dem Leistungssport stammt das Konzept, dass nicht die absolute Trainingsmenge, sondern vor allem ein zu schneller Anstieg der Belastung im Verhältnis zur gewohnten Belastung das Verletzungsrisiko erhöht. Eine Studie mit professionellen Tänzer:innen fand einen Zusammenhang zwischen erhöhter Trainingsbelastung und dem Auftreten von Überlastungsbeschwerden. Erschwerend kommt hinzu, dass im Tanz „mit Schmerz weitertanzen" mancherorts noch als Ausdruck von Professionalität gilt, was eine frühzeitige Anpassung der Belastung zusätzlich behindert. Eine durchdachte Belastungssteuerung berücksichtigt daher nicht nur Proben- und Vorstellungszeiten, sondern auch Faktoren wie Schlaf, Ernährung und individuelle Belastbarkeit.

Warum das für Prävention wichtig ist

Da plötzliche Belastungsspitzen zu den am besten belegten Risikofaktoren für Überlastungsverletzungen zählen, ist die Vermittlung von Grundlagen der Belastungssteuerung ein wichtiger Baustein der Präventionsarbeit von CENIT e.V. Wer Trainings-, Probe- und Vorstellungsphasen vorausschauend plant und Erholung aktiv einplant, statt sie dem Zufall zu überlassen, senkt das Risiko akuter wie chronischer Überlastungsschäden.

Dieser Eintrag dient der Wissensvermittlung im Präventionskontext und ersetzt keine medizinische oder trainingswissenschaftliche Beratung. Für eine individuelle Trainingsplanung empfehlen wir, sich an tanzmedizinisch erfahrene Fachpersonen zu wenden – etwa über die Vermittlung von ta.med oder die Ressourcen der IADMS.

Quellen

Gabbett TJ. The training-injury prevention paradox: should athletes be training smarter and harder? Br J Sports Med. 2016;50(5):273–280. doi.org/10.1136/bjsports-2015-095788 · Boeding JRE, Visser E, Meuffels DE, de Vos RJ. Is Training Load Associated with Symptoms of Overuse Injury in Dancers? J Dance Med Sci. 2019;23(1):11–16. doi.org/10.12678/1089-313X.23.1.11

Weiterführend

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